Römische Inntalstraße

Der Artikel

Harald Krause: Die römische Inntalstraße zwischen Marktl und Neuhaus a. Inn –
Archäologische Fernerkundung im Landkreis Altötting, Rottal-Inn und Passau; in: Ber. Bayer. Bodendenkmalpfl. 58, 2017, 103-152.

zeigt sehr schön, wie man bei der Trassenrekonstruktion einer Römerstraße vorgehen kann und wie man den Altweg dokumentiert. Sehr interessant ist das Literaturverzeichnis.

Für die Kartierung der Altwege in unserem Raum scheinen mir diese Erkenntnisse des Autors interessant:

  • Römerstraßen mieden Überschwemmungsbereiche und Auen. Daher legten sich Römerstraßen eher mitten in Terrassen, als daß sie Flußläufen folgten.
  • Römerstraßen überquerten Flüsse bevorzugt nahe der Mündung. Dazu wurde öfter sogar ein Zacken hin zum Mündungsfluß und danach wieder von ihm weg trassiert.
  • Im Geländemodell hat man eigentlich nur in Waldgebieten eine Chance, eine Römerstraße nachzuweisen.
  • Die Materialentnahmegruben (kreisrunde Kiesgruben von 2 – 8 Meter im Durchmesser) folgen den Römerstraßen in großer Dichte (der durchschnittliche Abstand wird leider nicht angegeben). Sie zeichnen sich oft im Luftbild ab – daher sind Orthophotos und Luftbilder durchaus wertvolle Hilfsmittel. An Luftbildern gibt es auch das Luftbildarchiv des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD).
    Damit lassen sich teilweise die schnurgeraden Bauabschnitte von exakt 133 m (450 römische Fuß) oder 222 m (750 römische Fuß) nachweisen. Nach jedem Bauabschnitt ändert die Straße leicht die Richtung. Oft sind in einem Bauabschnitt alle Materialentnahmegruben auf der selben Straßenseite.
  • Interessant ist die Statistik:
    • Zu wieviel Prozent folgen moderne Straßen exakt dem Verlauf der alten Römerstraße (erstaunlich wenig, schon die alten Poststraßen verliefen oft seitlich versetzt oder machten Umwege)? [Nur zu 5 % im untersuchten Bereich der Inntal-Römerstraße.]
    • Zu wieviel Prozent berücksichtigen die Flureinteilungen der Uraufnahme den Verlauf der Römerstraße? (Im vom Autor untersuchten Gebiet kaum [5 – 7 %], die Straße was also schon früh aufgelassen worden. Trotzdem blieben Flurnamen, wie \”Straßäcker\” erhalten. Und auffällig oft durchschneidet die ehemalige Römerstraße die Streifenfluren ziemlich genau senkrecht – wie immer das zu erklären ist.)
  • Jeden Abschnitt der Römerstraße dokumentiert der Autor mit
    • Name (Ort, Flurname):
    • Landkreis im Jahr 2017:
    • Topographische Karte:
    • Erhaltung: (obertägig, untertägig)
    • Nutzung im Jahr 2017:
    • Nutzung in der Uraufnahme:
    • Geländebefund:
    • Nachweise (Quellen):
    • Denkmalnummer:
    • Literatur:

[Titelbild: Von Noxxstar – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50713224]

1 Kommentar zu „Römische Inntalstraße“

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