HStAM – KL  Kloster Indersdorf 53

HStAM – KL Kloster Indersdorf 53

transkribiert, übersetzt von Christa Liebert Miesberg 1 85235 Pfaffenhofen /Glonn

Bibliographische Angaben

Betreff

Die Geschichte des Hofes in Bayerzell seit 1300, als der Ritter zu Thirgenfeld den Hof ans Kloster Indersdorf übergab.

Originalurkunde

Laufzeit: ca 1629

Signatur: HSTAM Klosterliteralien KL Indersdorf 53

Seite: 1 Seite: 199

Transkription

Transkribiert von Christa Liebert im Jahr 2007

Pariszell

Dieser Hoff so gelegen in dem landtgericht fridtberg mues vor

das jar 1300 an das Chloster geben sein worden, dan in dem don-

ation buch Folio wo 91 wirdt gelesen das Chonradt der

chlamensteiner Ritter vorschreibt, das er auf dem guett zue

pariszell die sein Vatter und sein ……… und anherr zue dem

gotts haus zue einem Jardag geben haben, auf solichen ings……

zue suachen allein die Vogtei sowie der paur darauf solle ierlich

geben 1 metzen haber, und ein huen.

Anno 1368 hat Chonradt der Chlamensteiner von Thirgenfeldt

wie in dem donation buech Folio 143 .. Fol. 150 zue lesen. das

man einen nit mer schuldig seie als ein hunen und Mettenhaber,

so aber seine Erben ein mannes begeren, so solle dis guett dem

gotts haus frei aigen sein. …in lit No: 4

also meine ich das die Vogtei an das Chloster sein khummen.

Dieses guett hat dem alten Stift buech nach geben so anno 1470

beschriben darauf sogar leib geding gehabt. 2 f

Dem andern stifft buech nach so anno 1493 beschriben hat

ein besitzer geben 5 f. 100 ayr. 6 Caß, 6 henner Ein matteg

oder 10 d Ein Waiset 16 d. und 12 stifft d.

Dieser Zeit hats inen Thoman Weigel gibt Eissengilt 12 f,

ayr, caß, henner wie benandt. Mattag ? 16 d. Weiset 32 d,

Stifft d 12. Vogtei 2 metzen haber. henner 2.

Übersetzung

Übersetzt von Christa Liebert 02.02.2026

Pariszell

Dieser Hof, der im Landgericht Friedberg liegt, muss schon vor dem Jahr 1300 an das Kloster gegeben worden sein. Im Spendenbuch Seite 91 steht geschrieben, dass der Chlamensteiner Ritter Chonradt angibt, dieser Hof in Baierzell wurde von seinem Vater und sein ……. Ahnherr dem Gotteshaus ( Kloster Indersdorf) für einen Jahrtag (jährliche Messe wird für den Verstorbenen gelesen) gegeben.

Die Vogtei (Schutzherrschaft für Klöster) bekommt von dem Bauern, der darauf sitzt, jährlich 1 Metzen (ca 37 l ) Hafer und ein Huhn.

Im Jahr 1368 hat Chonradt der Chlamensteiner von Thirgenfeldt (Türkenfeld?) im Spendenbuch auf Seite 143 und Seite 150 geschrieben, dass sie nur ein Huhn und einen Metzen Hafer schuldig seien. Wenn aber seine Erben einen Arbeiter benötigen, soll er dem Gotteshaus gratis dienen. Deshalb meint er, dass die Vogtei an das Kloster zurück gegeben wurde.

Dieser Hof hatte sogar im Jahr 1470 das Leibgeding (lebenslange Versorgung des Übergebers), wie es im alten Stiftbuch (jährliche Leistung an den Grundherren) aufgeschrieben ist.

Im anderen Stiftbuch von ca 1493 ist notiert, dass der Besitzer 5 Gulden, 100 Eier, 6 Käse, 6 Hühner, ein …………… oder 10 Pfennig, ein Waiset (Geschenk an seinen Grundherren) von 16 Pfennig und 12 Stiftgeld gibt.

Zurzeit wohnt Thoman Weigel auf dem Hof und gibt Eisengilt (entweder Eisen oder Geld) 12 Gulden, Eier, Käse, Hühner wie schon erwähnt. ……….. 16 Pfennig, Weiset 32 Pfennig, Stift Pfennig 12. Für die Vogtei 2 Metzen Hafer und 2 Hühner.

Erläuterungen

Zur Urkunde

Die Laufzeit ist errechnet an der Besitzzeit des Thomas Weigel: v. 1629 -1669, nachzulesen bei KIENING Genealogie.

Zum Inhalt

Was bedeutet, wenn eine Vogtei zurück gegeben wurde?

Heimatbuch Türkenfeld 1985:

Um 1336 haben die Klammensteiner aus dem Salzburger Land die Veste Dürgenfeld erworben.

Der Sitz dieses Adelsgeschlechts war die Burg Klammenstein östlich von Nussdorf am Inn.

…1367 war Konrad von Klammenstein, der mit einer Margaretha von Duringvelt verheiratet war, Mitbesitzer von Duringvelt.

Die Klammensteiner stammen aus dem Salzburger Land und besaßen mehrere Güter in Oberbayern.

Konrad von Klammenstein der Jüngere und seine Frau Margaretha von Türkenfeld verkauften die Veste im Jahr 1371 an Hannsen von Burgau.

Oberbayerisches Archiv von 1843, Band 4, s. 260f

Chronik von Brannenburg, verfasst von Sebastian Dachauer, Schulbenefiziat aus Brannenburg.

Darin wird die Klammensteiner Burg erwähnt: „Konrad und seine Gemahlin verkauften die Veste Dürgenfeld i. J. 1371 an Hannsen von Burgau. Dieser Hanns von Burgau hatte drei Söhne, Hartman, Gorg und Wilhelm; und diese verkauften nach des Vaters Tode die Veste Dürgenfeld i. J. 1392 wieder an Arnold von Kamer, dessen Gemahlin Anna die Schwester des letzten Klammensteiners war.
Nach Verkaufung der Veste Dürgenfeld zogen sich Konrad von Klammenstein, der zweite dieses Namens, und seine Hausfrau Katharina mit ihren Kindern auf die Burg Klammenstein zurück. Ihr Lebensende ist unbekannt. […] Von dieesr Zeit an finde ich von diesem Konrad dem Klammensteiner nichts mehr, als seinen Grabstein im Kreuzgange des Klosters Inderstorf, mit der Inschrift: Anno 1402 obiit Dominus Chunradus dictus Chlammensteiner miles. Also der Herr und Ritter Chunrad der Chlammensteiner starb im Jahre des Herrn 1402. Seine Leiche muß also gen Kloster Indersdorf geführt, und dort im Kreuzgange beerdiget worden seyn. Wahrscheinlich mußte das Kloster mit seinen eigenen Pferden und auf eigene Kosten den Leichnam von Nußdorf abholen, und nach Indersdorf führen lassen. Dergleichen Verträge mit Klöstern bei beträchtlichen Schenkunen an selbe kommen oft vor.”

Zur Übersetzung

“Thirgenfeld” paßt gut zu alten Schreibweisen von “Türkenfeld”

Faksimile

Ein Bild, das Text, Handschrift, Brief, Dokument enthält.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.

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