Brandenberger Mühlenweg im BayernAtlas

Im BayernAtlas gibt es alten Karten zu sehen, die den \”Brandenberger Mühlenweg\” abdecken:

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Karte von 1857 (Südwestdeutschland, Blatt 19, 1:250.000) – mit der Kapelle von Brandenberg

Die Karte von 1857 hilft uns gar nicht weiter – hier sind fast keine Straßen nortiert.

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Karte von 1860 (Blatt 19, 1:250.000) – ohne den Ort Brandenberg. Aber bereits mit Bahnlinie

Die Karte von 1860 ist zwar schöner geschrieben – aber Straßen sind keine hinzugekommen.

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Karte von 1890 (Blatt Landsberg a. Lech 637, 1:100.000) – mit dem Ort Brandenberg

Auch in der recht genauen Karte von 1890 sehen wir in keinen Weg zwischen Brandenberg und Schöngeising. Allenfalls mögliche Bruchstücke eines Weges tauchen auf.

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Karte von 1900 (Blatt 689, 1:25.000)

Auf der Karte von 1900 (die nur für den östlichen Teil vorliegt) kann man den Wegverlauf ganz gut sehen. Demnach läuft er ziemlich parallel zur Bahnlinie Richtung Kottgeisering/Reichertsried.

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Karte von 1904 (Blatt Landsberg am Lech 637, 1:100.000

4 Jahre später (1904) wird auch der westliche Teil (farbig) kartographiert. Auch da läuft ein Weglein Richtung Reichertsried.

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Karte von 1915 im westlichen Teil (Blatt 076O, 1:50.000)

1915 ist der westliche Teil noch präziser kartographiert. Da gibt es ab Brandenberg 2 Alternativwege nahc Reichertsried:

  • nördlich einer, der durchgeht
  • südlich einer, auf dem Nord-Süd-Weg ab Kottgeisering zu enden scheint.
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Karte von 1924 (Blatt 689, 1:25.000)

1924 steht endlich der östliche Teil auch in Farbe zur Verfügung. Ein Detail fällt westlich des Reiher Mooses auf: Der diagonale Weg könnte sich auch zum so beschrifteten \”Brandenberger Mühlweg\” fortsetzen. Das wäre dann in der Folge die \”Südroute\” um Reichertsried herum.

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Karte von 1924 (Blatt 689, 1:25.000) Detail
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Karte von 1927 (Blatt 688, 1:25.000)

1927 wird ein Waldstück im Westteil \”Kornried\” genannt. Seit die Vegetation kartographiert wird, ist dort immer Wald. Der Name klingt aber nach einer Rodungsinsel für Getreidefelder. Wenn es so war, gab es einen Grund mehr für einen Weg zu einer Mühle.

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Karte von 1942 – mit dem Ort Brandenberg und einem so benannten Brandenberger Mühlenweg

Die Karte (Blattnummer 689, 1:250.000) von 1939 ist wieder schwarz-weiß und weniger fein gezeichnet. Auch hier kann man einen Wegverlauf erahnen. Interessant ist auf dieser Karte, weil die sternförmige Kreuzung gab/ südlich von Waldhaus recht deutlich hervortritt, auf der alle möglichen Wege zusammentreffen. Diese Kreuzung bietet sich auch an als Fortsetzung des Wegverlaufs des \”Brandenberger Mühlenweges\”.

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Karte von 1939 (Blatt 689, 1:25.000) – Wegekreuzung südlich von Waldhaus.

Fazit

Wir haben erst Straßenkarten ab dem Bau der Eisenbahn. Selbst auf der Karte von 1860 ist sie mit allen Bahnhöfen eingezeichnet, obwohl der Bahnbetrieb erst 1873 aufgenommen wurde auf der Allgäubahn. Selbst der erst 1893 eingerichtete Haltepunkte Schöngeising ist 1860 bereits kartographiert.

Da aber die Bahnlinie den \”Brandenberger Mühlenweg\” durchschneidet, muß er auf jeden Fall älter sein. Alte Karten helfen hier also nur bedingt weiter.

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