Titel: Bodo Uhl, Rita Haub: Die Urkunden des Klosters Weihenstephan bis zum Jahr 1381 – Register zu Teil 1 (Traditionen) und 2 (Siegelurkunden). Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte Neue Folge, Band XXVII, Erster Teil. Beck, München, 1993.
Signatur: BSB Hvfo/Bav. 300 E 2542-27,2 (Aventinus-Lesesaal)
Seite: URK 6, URK 58, URK 108, URK 115, URK 138
(die die Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck betreffen. URK 69 und URK 92 betreffen womöglich diesen Landkreis.)
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Transkription und Übersetzung
URK 6 Clm 21560 f 97′
[Bischof Otto I. von Freising] vertauscht an das Kloster Weihenstephan Zehnten und Güter in
[…] to futurum utilius atque commodius illis [iam con] cambio licet in equali sponte sub quodam pacquiescentibus, ut si cui forte presentium a[ut fu]turorum visum fuerit in concambiis aliis [prius] inter nos et eosdem fratres contractis eos pocior[es] a nobis possessiones accepisse quam redidisse […] hoc ea minus fore rata debere concedat i[n] commutatione sufficienter equetur, in qua(ntum) nos minus dedisse quam recepisse constat a[… ] per ho[…] supplemento, si quit ante minus factum est quicquid […]tum est.
[…] damit es für jene in der Zukunft nützlicher und vorteilhafter sei, haben sie sich – obwohl [bereits ein Tausch] zu gleichen Bedingungen vorliegt – freiwillig unter einer bestimmten Vereinbarung beruhigt: Falls es nämlich zufällig jemandem der Gegenwärtigen oder Zukünftigen so scheinen sollte, dass jene Brüder bei anderen, [zuvor] zwischen uns und ihnen geschlossenen Tauschgeschäften bessere Besitzungen von uns erhalten als zurückgegeben haben […], so soll er zugestehen, dass dies umso weniger ungültig sein darf, da es durch diesen (neuen) Austausch ausreichend ausgeglichen wird. Denn insofern feststeht, dass wir weniger gegeben als erhalten haben […], [wird dies] durch diese […] Ergänzung [ausgeglichen], damit, wenn zuvor etwas zu kurz gekommen ist, alles […] wird. Im Übrigen soll es gestärkt werden und rechtsgültig bleiben.
Decetero roboretur ac ratum permanea[t] namque predictis fratribus in commutationem leg[itimam] quandam decimas de manibus laicorum can[onico] iure receptas dedimus,
unam videlicet in Ma[isach], idem duas portiones decime,
preterea curt[em] in Mammendorf, hoc est terciam portionem
et i[n Pha]fenhouen
ac Pernshouen et in adiacentibus […] duas portiones decime.
Preterea curtem in Mammendorf, quam Otto de Steine in proprie[tatem] nobis dederat cum mancipiis et omnibus ad […]
et predium in Coteprehteshouen
et dimidiam […] in Pritelenbach pro X libris inpignera[tam] sub eodem iure tradidimus.
Denn wir haben den besagten Brüdern als rechtmäßigen Tausch bestimmte Zehnten gegeben, die nach kanonischem Recht aus den Händen von Laien zurückerhalten wurden: nämlich
einen in 82216 Maisach [LK Fürstenfeldbruck] – das heißt zwei Teile des Zehnten –, außerdem einen Hof in 82291 Mammendorf [LK Fürstenfeldbruck], das ist der dritte Teil, und in 82110 Unterpfaffenhofen (Germering) [LK Fürstenfeldbruck] sowie 82291 Peretshofen (Mammendorf) [LK Fürstenfeldbruck] und den umliegenden Gebieten […] zwei Teile des Zehnten. Zudem haben wir den Hof in 82291 Mammendorf [LK Fürstenfeldbruck], den Otto von Stein uns als Eigentum gegeben hatte, mit den Eigenleuten (Mägden und Knechten) und allem, was dazu gehört, sowie das Gut in 85241 Goppertshofen (Herbertshausen) [LK Dachau]
und eine halbe […] in 85241 Prittlbach (Herbertshausen) [LK Dachau], das für 10 Pfund verpfändet war, unter demselben Recht übergeben.
Illi vero econtra quicquid
[in Ber]garen et Frangovve possederant cum ma[ncipiis] multis et tribus vineis in Vvachv̊e
et aream in [Ursin]pach cum ceteris appendiciis cultis et incu[ltis], quesitis et inquirendis in recompensationem no[bis de]derunt.
Hec autem commutatio facta est pres[entibus] et assensum prebentibus de clero matricis ecclesię [Wich]manno preposito sancti Andreę et ceteris in priv [ilegio … ]
Sie aber haben uns im Gegenzug als Entschädigung all das gegeben, was sie in
und 3393 Freiningau (Zelkin-Matzleinsdorf) [Melk, Niederöstereich] besessen hatten, mit vielen Eigenleuten
und drei Weinbergen in der Wachau und einer Hofstatt in 94353 Irschenbach (Haibach) [LK Straubing-Bogen]. (???)]samt dem übrigen Zubehör, dem bebauten und unbebauten, dem erworbenen und noch zu erwerbenden.
Dieser Tausch ist geschehen unter den Augen und mit der Zustimmung des Klerus der Mutterkirche: des Propstes Wichmann von St. Andreas und der übrigen im Privileg […].
URK 58 KU Fürstenfeld 15 (A)
Abt Konrad (I.) und der Konvent von Weihenstephan vereinbaren mit dem Konvent des Klosters82256 Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck) [LK Fürstenfeldbruck] die Teilung der Kinder aus der Ehe zweier Eigenleute.
09.06.1280
CA f. 17‘
Nos Chunr[adusj dei miseracione abbas totusque conventus in Weihensteuen constare volumus presencium inspectoribus universis,
Wir, Konrad, von Gottes Erbarmen Abt, und der gesamte Konvent in Weihenstephan, wollen allen Betrachtern des gegenwärtigen [Schriftstücks] bekanntmachen:
quod cum Chunr[adus] dictus Drӕhsel homo monasterii in Vuͤrstenvelt cum Elysabeth femina ecclesie nostre matrimonium contraxisset, inter predictum nostrumque monasterium diffinitum extitit taliter et expressum, videlicet
Da Konrad, genannt Drähsel (Drechsler), ein Mann des Klosters in Fürstenfeld, mit der Frau Elisabeth, [einer Eigenleuten] unserer Kirche, die Ehe geschlossen hat, ist zwischen dem besagten und unserem Kloster Folgendes vereinbart und ausdrücklich festgelegt worden:
quod liberi utriusque sexus ex dictis Chunr(ado) et Elysabeth procreati ac procreandi si numero pares fuerint, inter dictum nostrumque monasterium dividi debeant equa lance. Si vero in numero in-pares fuerint, volumus, ut maior numerus nostro debeat monasterio cedere ac remanere.
Nämlich dass die Kinder beiderlei Geschlechts, die von den besagten Konrad und Elisabeth gezeugt wurden und noch gezeugt werden, wenn sie von gerader Anzahl (paarig) sind, zwischen dem besagten und unserem Kloster zu gleichen Teilen aufgeteilt werden sollen. Wenn sie jedoch von ungerader Anzahl sind, wollen wir, dass die größere Zahl unserem Kloster zufallen und verbleiben soll.
In cuius rei evidens testimonium presentem cedulam conscriptam indulsimus supradicto monasterio nostrorumque sigillorum robore munitam.
Zum offenkundigen Zeugnis dieser Sache haben wir dem oben genannten Kloster diese beschriebene Urkunde überlassen und sie mit der Kraft unserer Siegel gestärkt.
Act. et dat. in Weihensteuen anno domini M°CC°LXXX°, quinto idus iunii.
Verhandelt und gegeben zu Weihenstephan im Jahre des Herrn 1280, am fünften Tag vor den Iden des Juni (9. Juni 1280).
URK 108
Abt Marquardus,
Prior Hainr(icus) und
der Konvent des Klosters Weihenstephan
verkaufen mit Zustimmung des Bischofs Albertus von Freising an den Freisinger Domkanoniker und Kustos
Hermannus de Naͤnhouen[1] (82291 Nannhofen (Mammendorf) [LK Fürstenfeldbruck])
für 36 lb. Münchner d. in bar ein Ewiggeld von 2 lb. Münchner d. aus ihrer Oblei. Die Erträgnisse von 1 lb. fallen an das Freisinger Domkapitel jährlich in festo sancti Geori, die von dem zweiten lb. verbleiben dem Konvent jeweils am Vortag des Evangelisten Marci zu Lebzeiten des Käufers, nach dessen Tod aber an seinem Jahrtag, zu dessen feierlicher Begehung sich der Konvent verpflichtet. Im Fall der Nichterfüllung des Jahrtags verfällt auch dieses Ewiggeld dem Domkapitel.
Siegler: Bischof Albertus von Freising, Abt und Konvent.
Datum et actum anno domini 1352 in vigilia epyphanie domini.
Chuͤnr(at) von Halbenwerch (wohl 86937 Haltenberg (Scheuring) [LK Aichach-Friedberg] vereinbart mit Abt Marq(uart) von Weihenstephan die freie Heirat seiner Eigenleute hie oben in dem lande vmb 82291 Mammendorf [LK Fürstenfeldbruck] mit dessen Hörigen, über die er oder seine Nachommen vͤbervogt sind, unter der Bedingung der gleichen Teilung der daraus hervorgehenden Kinder.
Siegler: der Aussteller.
Geben 1356 dez nachsten eritags vor den lichtmessen vͤnser frawͤevn.
26.01.1356
KU Weihenstephan (A). — 26/24,5
Text siehe oben im Regest
URK 138
Vlr(ich) Stoͤkchel, Bürger zu Freysing, und seine Töchter Katrey und Angnes verzichten auf ihr in einer hantfest verankertes Leibrecht auf das Weihenstephaner Haus in der Ziegelukchen.
Siegler: der erberg man Hiltprant von 86926 Eresing [LK Landsberg a. Lech], Richter zu Freysing.
SBZ: Perichtolt Zielshauser, Pauls Zollner, Ott Cholb, alle Bürger zu Freysing.
Geben 1378 an sand Gallentag.
16.10.1378
KU Weihenstephan (A). — 31130
Text siehe oben im Regest
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Diese Urkunde wiederholt im wesentlichen eine bereits 1306 zwischen Weihenstephan und wohl dem Großvater des Ausstellers getroffene gleichartige Vereinbarung, vgl. Urk. 69 ↑